Pressematerial


Pressetext:

WEM GEHÖRT LAURATIBOR? 2021

Eine kollektive Protest-Oper über den Ausverkauf der Stadt

Das kollektive Opernprojekt „Wem gehört Lauratibor?“ greift die Geschichten von Verdrängung und Widerstand der Gewerbe, Initiativen und Bewohner*innen im Reichenberger Kiez auf und verarbeitet sie zu einem lautstarken Protest gegen Gentrifizierung und den Ausverkauf der Stadt. Sie ist der inhaltliche Kern einer Demonstration und einer Kundgebung vor Ort.

Mit zwei Chören, einer Band, etwa zwanzig Solist*innen und zahlreichen weiteren Beteiligten, diesich für den Erhalt der Initiativen, günstigen Werk- und Wohnräume im Reichenberger Kiez einsetzen, erzählt das mehrstündige Opernprojekt die Geschichte von der voranschreitenden und drohenden Verdrängung als reales Märchen.

Entstanden aus den seit langem währenden Protestbewegungen der Initiativen Lause bleibt und der Ratiborstraße 14 entwickelte sich das Opernprojekt „Wem gehört Lauratibor?“ bereits seit 2019. Die Angst vor Verdrängungsprozessen im Kiez bereitete den Boden für das Engagement von immer mehr Mitwirkenden: Vom Kostüm über das Bühnenbild bis hin zur Übernahme großer und kleiner Rollen fand sich ein Ensemble zusammen, das etwa einhundert Personen mit und ohne professionellen künstlerischen Hintergrund zählt.

Die ganze Welt ist besetzt, ist eingenommen
Das Kapital hat längst gewonnen

Das an italienischer Oper orientierte Libretto führt die beiden liebenden Held*innen, Laura und Tibor, mit ihren Gefährt*innen auf der Suche nach dem Elixier des Widerstands über zahlreiche Hindernisse durch die Provinz Lauratibor. Sie treffen auf unerbittliche Senator- und Investor*innen, werden getrennt und wieder vereint, drohen zu scheitern – und finden durch den Meister der Liebe wieder zurück auf ihren Weg, bis schließlich die alles entscheidende Schlacht gegen den Magnaten Maximilius Profitikuss bevorsteht.

Die Musik für Band, Chor und Solostimmen wurde explizit für die Aufführung auf der Straße komponiert. Es gibt Anklänge an die Italienische Oper, an Carl Orff, Kurt Weill und Tom Waits. Das Kollektiv setzte sich mit den verschiedenen Orten und Menschen, deren Geschichten die Protest-Oper erzählt, intensiv auseinander. Jede Initiative, die zu Wort kommt, erhält ihren eigenen Klang. Das Kneipenkollektiv Meuterei spricht eine andere (musikalische) Sprache als die Kampfsportschule Yayla. Dies spiegelt den gesamten künstlerischen Prozess der Zusammenarbeit aller Beteiligten: Er
hat immer zum Ziel, dass alle Menschen sich mit den Erfahrungen, Fähigkeiten und Ideen einbringen können, die ihnen eigen sind.


Von und mit Kollektiv Lauratibor (etwa 100 Menschen aus dem Reichenberger Kiez): Kiezopernchor | Protest-Orchester | „Chor der Investoren“| LauseBleibt I Ratibor14 I Kneipenkollektiv Meuterei I
Kampfsportschule Yayla I Die GloReichen u.v.m.

Ein kollektives Protestopernprojekt, gefördert durch den Fonds Darstellende Künste, Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Projektförderung Friedrichshain-Kreuzberg, die Stiftung Between Bridges, die Stiftung Rosa-Luxemburg und das KostümKollektiv. Die Kundgebung auf dem Mariannenplatz fand in Kooperation mit dem Kunstraum Kreuzberg statt.

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner